Tongruben sind wertvolle Biotope mit einer hohen Biodiversität. Auch in der Grube Laufen finden zahlreiche Tiere und Pflanzen ein Zuhause – darunter Honigbienen. Im April erwacht die Natur so richtig zum Leben.
Blütenvielfalt im April
Der als Sediment ehemaliger Meere entstandene Ton – im Volksmund oft als Lehm bezeichnet – findet sich in unterschiedlichen Zusammensetzungen an verschiedenen Orten in unserem Land. Er wird in unmittelbarer Nähe der Verarbeitungswerke in Tongruben abgebaut.
Diese Gruben sind sehr wertvolle Biotope mit einer hohen Biodiversität. Denn die Dynamik des Abbaus lässt laufend temporare Tümpel, Brachen oder Ruderalflächen entstehen, die ideale Lebensraume für bei uns selten gewordene Pflanzen und Tiere bilden. So finden sich in Tongruben gar Amphibienschutzgebiete von nationaler Bedeutung. Tongruben werden nach dem Ende des Abbaus nicht einfach aufgegeben, sondern sorgfältig rekultiviert und als Teil der Natur wieder in die Landschaft integriert.

In der Tongrube Laufen fühlen sich auch Bienen sehr wohl. Neben den bereits zahlreich vorhandenen Wildbienen, die hier ihre Brutrohren graben, leisten neu auch Honigbienen ihre wertvollen Dienste als wichtige Bestäuberinnen zahlreicher Pflanzen.
Bereits Ende Winter summt es in der Tongrube
Steigt das Thermometer über 8 Grad Celsius, erwachen auch die Bienen aus ihrem Winterschlaf. «Mit den ersten warmen Temperaturen Ende Februar können die Bienenkästen geöffnet werden», erklärt Martin Dettli. Der gelernte Agronom ETH forscht und schreibt seit über 40 Jahren zu Bienen. Daneben ist er als Imker tätig und produziert seinen eigenen Honig.

Auch in der Tongrube Laufen sind seine Bienenvölker gelegentlich unterwegs. Für Martin Dettli bietet sich diese ideal für seine Honigbienen an: «Viele Jahre hatte ich Bienen in der Nachbarschaft der Grube und habe oft gedacht, sie wäre ein guter Platz. Zum einen bietet sie Windschutz und doch eine gute Besonnung, zum anderen wachsen in den rekultivierten Teilen Weiden. Diese blühen sehr früh im Jahr und sind eine wichtige Nahrungsquelle für meine Bienen.»
Sobald sich die Büschchen der Weiden gelb färben, beginnt für die Bienen die erste intensive Sammelzeit des Jahres. Die früh blühenden Weiden liefern reichlich Pollen und Nektar und sind damit eine unverzichtbare Nahrungsquelle nach dem Winter. Auch der Krokus zeigt sich bereits bei den ersten wärmeren Tagen und stellt den Bienen früh im Jahr wertvolle Nahrung zur Verfügung.

Blütenvielfalt im April
Im April erwacht die Natur so richtig zum Leben: Steigen die Temperaturen regelmässig über 15 Grad Celsius, beginnen Pflanzen wie Löwenzahn, Kirsch- oder Apfelbäume zu blühen und bieten den Bienen reichlich Nektar. Die zunehmende Blütenvielfalt sorgt dafür, dass Bienen ab Mitte April die eigenen Futterreserven wieder aufstocken können. Sie sind damit nicht mehr auf Notzufütterungen angewiesen.


Im Bienenvolk selbst herrscht nun Hochbetrieb: Die Wintertraube löst sich auf, die Bienen verteilen sich wieder auf die Waben, und die Königin steigert ihre Legeleistung auf bis zu 2000 Eier täglich. Gleichzeitig findet der sogenannte «Massenwechsel» statt, bei dem die Winterbienen durch junge Sommerbienen ersetzt werden. Dadurch kann es kurzfristig so wirken, als würden die Völker schrumpfen, was jedoch ein normaler Entwicklungsprozess ist.