Wie entsteht eigentlich ein Ziegel oder ein Backstein? In unserer Serie «Der Weg des Tons» begleiten wir den Rohstoff auf seiner Reise vom Rohmaterial bis zum Endprodukt. In der Aufbereitung wird das Material vorbereitet.
Die Aufbereitung
Es sind grosse Gefährte, mit denen Denis Rocklin täglich unterwegs ist. Mit seinem Pneulader bewegt er viele Tonnen Lehm und versorgt das Dachziegelwerk Laufen mit dem wichtigen Rohstoff. Denis ist für die Aufbereitung des Lehms verantwortlich – den ersten und entscheidenden Verarbeitungsschritt nach der Rohstoffgewinnung in der Grube. Dabei wird der angelieferte Lehm zunächst mechanisch zerkleinert und anschliessend homogenisiert, damit eine gleichbleibende Materialqualität gewährleistet werden kann. Durch die gezielte Zugabe von Wasser und verschiedenen Zuschlagstoffen wird die Rohmasse optimal auf die weiteren Produktionsschritte vorbereitet. Mit seinem Fachwissen und seinem Gespür für das Material stellt Denis sicher, dass die richtige Mischung entsteht und die Produktion reibungslos mit Lehm versorgt wird.


Mit dem Pneulader kippt Denis den Lehm in die Beschicker. In Laufen kommen insgesamt vier verschiedene Tonarten zum Einsatz. Wichtig ist, dass jede davon jederzeit in ausreichender Menge verfügbar ist. Anschliessend gelangt das Material in den Kollergang, wo es mit tonnenschweren Stahlwalzen zerkleinert wird. Danach wird der Lehm weiter zermahlen. Zunächst wird eine Korngrösse von 1,3 Millimetern erreicht, bevor das Material in einem weiteren Mahlvorgang auf feine 0,8 Millimeter reduziert wird. Durch diese sorgfältige Aufbereitung entsteht eine gleichmässige Rohmasse, die die Grundlage für die spätere Formgebung der Dachziegel und Backsteine bildet.



Mit hochwertigen Beimischungen wie Sand, Sägemehl oder Zusatztönen lässt sich die Konsistenz des Lehms gezielt beeinflussen. Exakt dosiert sorgen sie für die gewünschte Farbe, Festigkeit, Wärmedämmung und Porosität des Ziegels oder des Backsteins. Zum Schluss wird der Lehm behutsam mit Feuchtigkeit angereichert – man spricht vom «Einsumpfen». Während 12 bis 15 Tagen lagert die Masse im sogenannten Sumpfhaus. Dabei entsteht eine feinkörnige, plastisch formbare Masse, die sich ideal für die weitere Formgebung und Trocknung eignet.
