Neue Rolle im angestammten Geschäft

Die Dekaden seit den 1990er-Jahren waren für die Zürcher Ziegeleien geprägt von Besitzerwechseln, Umstrukturierungen und der immer stärker einziehenden Automatisierung.

Die Zürcher Ziegeleien erlebten gegen Ende der 1990er-Jahre turbulente Zeiten. Die schwierige Lage auf dem Baumarkt führte letztlich zum Entscheid, das Baustoffgeschäft von der restlichen Gruppe zu trennen. Bereits 1998 verschwand der Name Zürcher Ziegeleien. Ab dem Jahr 1998 trat das Unternehmen als ZZ Wancor AG auf.

In den 1990er-Jahren hielt auch die Automatisierung bei den Zürcher Ziegeleien immer stärker Einzug. Die drei Roboter «Heidi», «Susi» und «Bruno Moro» Vorboten eines neuen Zeitalters. Die Namen sind teilweise Programm: «Bruno Moro» ist der Nachfolger des gleichnamigen ZZ-Mitarbeitenden, der kurz zuvor seinen Ruhestand angetreten hat.

Zürcher Ziegeleien historisch Produktion

Ein Jahr später übernahm die österreichische Wienerberger AG – Europas grösste Herstellerin von Dachziegeln – die ZZ Wancor AG. Die neue Eigentümerin integrierte das Unternehmen vollständig in die Gruppe, zusammen mit dem ebenfalls erworbenen Bereich Grobkeramik der Tonwarenfabrik Laufen sowie der Betonproduzentin ZZ Prebeton.

Dachbeschriftung Laufen
Das Unternehmen tritt ab Ende der 1990er-Jahre unter dem Namen ZZ Wancor AG auf.

Abschied aus Zürich

Im Jahr 2000 folgte der nächste Einschnitt in der Geschichte der Zürcher Ziegeleien, dieses Mal in geographischer Hinsicht. Das Unternehmen entschied sich, seine Zelte in der Stadt Zürich definitiv abzubrechen und den repräsentativen Hauptsitz im Giesshübel zu verlassen. Die Zürcher Ziegeleien bezogen einen neuen Hauptsitz in Regensdorf im Zürcher Unterland. In das Umzugsjahr fällt auch die Übernahme des Bereichs Tondachziegel von den Keller Ziegeleien in Pfungen ZH.

ZZWancor Regensdorf

Die ersten Jahren des neuen Jahrtausends waren geprägt durch die Reorganisation des neu formierten Backstein- und Ziegelherstellers. Durch die Zusammenführung der Zürcher Ziegeleien mit dem Bereich Grobkeramik der Tonwarenfabrik Laufen AG wurden verschiedene Produktionsstandorte obsolete, die Werke in Tuggen, Mühlacker oder Rafz wurden sukzessive geschlossen. Die Produktion wurde auf die beiden Werke Laufen und Istighofen konzentriert.

Werk Rafz
Im Jahr 2015 wird die Backstein-Produktion in Rafz vollständig an den Standort Istighofen TG verlagert.

Ein Augenmerk wurde in dieser Zeit auf die Entwicklung neuer Produkte gelegt. Durch die Einbindung in die Wienerberger-Gruppe eröffneten sich neue Märkte im Ausland, insbesondere in den skandinavischen Ländern. Um dem dortigen Wunsch nach einer keramischen Fassadenlösung nachzukommen, wurde der Fassadenziegel «Urban» entwickelt. Neu aufgenommen in das Produktportfolio wurden auch die Photovoltaiklösungen «zzsunstar biuno» und «Unitas».

Produktion Urban

Übernahme durch die swisspor-Gruppe

Die ZZ Wancor AG war mehr als zwanzig Jahre eine Tochtergesellschaft des weltgrössten Ziegelherstellers Wienerberger AG. 2020 gelangte das Unternehmen wieder in Schweizer Hände: Die europaweit tätige swisspor-Gruppe übernahm das Zürcher Traditionsunternehmen. Ein Jahr später kehrte das Unternehmen zum alten Namen Zürcher Ziegeleien zurück. 2025 folgt der vorläufige Höhepunkt der Unternehmensgeschichte: Die Zürcher Ziegeleien feiern ihr 160-jähriges Bestehen mit einem grossen Fest. Rund 4000 Besucherinnen und Besucher durften zu den beiden Jubiläumsanlässen in den Werken begrüsst werden.

Jubiläumsfeier 160 Jahre ZZ - 24. Mai 2025 in Istighofen

Serie «Geschichte der Zürcher Ziegeleien»

Geschichte Zürcher Ziegeleien Ziegelhütten Müllerplan
Am Anfang war der Lehm

Der Abbau des Lehms und seine Verarbeitung zu Ziegeln, Backsteinen und anderen Tonwaren geht in der Stadt Zürich schon auf Jahrhunderte zurück. Ab dem 14. Jahrhundert entwickelte sich ein ausgeprägtes Zieglergewerbe.

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Geschichte Ringofen Mechanische Backsteinfabrik Binz
Im Zeitalter der Mechanisierung

Dank technischer Entwicklungen wie der Strangpresse und des Ringofens entstanden im Zuge der Industralisierung die ersten mechanischen Ziegeleien.

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Geschichte Zürcher Ziegeleien Ziegelei Rafz
Die Ziegeleien in der Stadt Zürich schliessen sich zusammen

Nach der Jahrhundertwende waren die stadtzürcherischen Ziegeleien zu Rationalisierungen gezwungen. Folglich schlossen sich die Gesellschaften 1912 zu den Zürcher Ziegeleien zusammen.

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Geschichte Zürcher Ziegeleien Arbeiter Werk Tiergarten
Konsolidierung in der Zwischenkriegszeit

Die Jahre zwischen den beiden Weltkriegen brachte die Verschmelzung der Ostschweizer Ziegeleien der Schmidheiny-Gruppe mit den Zürcher Ziegeleien.

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Geschichte Werk Tiergarten
Hochkonjunktur in der Nachkriegszeit

Die Zürcher Ziegeleien nutzten die Phase anhaltend guter Konjunktur nach dem Zweiten Weltkrieg, um ihr Geschäft zu diversifizieren und die Produktionsanlagen zu modernisieren.

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ZZ Fuhrwesen 1990
Diversifikation in der Krise

Die Ölkrise von 1973 hatte gravierende Auswirkungen und löste in den Industrieländern schwere Rezessionen aus. Auch die Zürcher Ziegeleien spürten die Folgen.

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